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Marie Ist hier Zuhause


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 | Thema: Re: Fragen eines Betroffenen Do 22 Dez 2011, 11:50 © Marie | |
| Hallo Peter, ich kann mich da den Vorschreiberinnen nur anschließen: Laß' Deinen Vater im Garten werkeln. Vielleicht kann man ihn mit gezielten Hinweisen auf bestimmte Sachen beschränken. Auch für meinen Vater waren Haus und Garten sein Leben lang der wesentliche Lebensinhalt. Er hatte nie Urlaub oder Wochenende. Alle Zeit nur für Haus und Garten. Er hat zwar schon vor mehr als 15 Jahren das Haus meinem Sohn geschenkt, der aber nicht dort wohnen kann. Vater ist seitdem allein dort und wir haben ihn all' die Jahre werkeln lassen. Da war egal, ob es gut war oder nicht. Er hat für dieses Hobby auch größere Summen ausgegeben, was er sich aber leisten konnte (Er hätte sich das Geld ja auch von Freundinnen statt von manchmal dubiosen Handwerkern aus der Tasche ziehen lassen können  ) Es war sein Geld und da haben wir ihm nicht rein geredet. (Da war an Demenz noch nicht zu denken) Er hat sich wohl gefühlt dabei und das war uns wichtig. Ich glaube, er wäre sonst sicher nicht 95 geworden - und wir hoffen natürlich noch auf ein paar Jahre mehr. Irgendwann habe ich ihm dann (als einzige Verwandte vor Ort) bestimmte Sahcen aus der Hand genomen, weil es wirklich nicht mehr ging. Nachdem wir den Rasenmäher durch einen ersetzt hatten, den man mit zwei Händen bedienen muß (das kann Vater auf Grund einer Lähmung nicht), hat er sich heimlich von Nachbarn einen kleinen elektrischen Rasenmäher besorgen lassen und den dann benutzt bis es mir zu gefährlich erschien. Seitdem ist das Verlängerungskabel eben kaputt und ein zweites gibt es nicht mehr. Leider haben sich zunächst immer wieder Nachbarn gefunden, die ihm was repariert oder gekauft haben. Da mußte ich dann ganz schön rotieren, um seine Sicherheit zu gewährleisten. Nächstes Frühjahr wird auch mit Unkraut zupfen nichts mehr, weil er wirklich nur noch einige Schritte am Stock gehen kann. Der Winter ist wirklich schwierig. Mein Vater kann seinen Hobbies leider gar nicht mehr nachgehen. Er sieht nicht mehr viel, kann sehr schlecht laufen und hat einen gelähmten Arm, der ihn nun - nach fast 70 Jahren - zunehmend echt behindert. Ich weiß, daß es einem nicht immer gelingt, Ruhe zu bewahren, wenn der Vater mal wieder was gemacht hat, was man ihm schon x-mal untersagt hat. Man freut sich aber auch über Kleinigkeiten. Ich habe meinem Vater nun über eine rote Kurzwahltaste an seinem Telefon die Möglichkeit geschaffen, mich jederzeit auf dem Handy zu erreichen. Beim Ausprobieren vor ein paar Tagen wußte er nicht mehr wie es geht - gestern Mittag hat er es das erste Mal ganz allein geschafft. Da ist man doch gleich wieder ein wenig beruhigter. Lieber Peter, das hilft Dir nun zwar auch nicht wirklich weiter aber es soll Dir zeigen, daß wir alle mehr oder weniger vor ähnlichen Problemen stehen - und auch nicht immer gleich damit fertig werden. Nicht verzagen - Augen zu und durch! _________________________________________________  von Marie |
|  | | Peter Neu im Forum

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 | Thema: Re: Fragen eines Betroffenen Fr 23 Dez 2011, 09:36 © Peter | |
| Hallo Moni, Ursula, Jelly und Maria, vielen Dank für Eure ausführlichen Antworten. Leider fehlt mit die Zeit auf jede Eure Rückfragen im Detail zu antworten. Leider ist unser Garten nicht groß genug um den "Arbeitseifer" meines Vaters zu befriedigen. Er ist körperlich für sein Alter noch sehr fit. Letzten Dienstag z.B. hatte es nachts ca. 3cm geschneit und er hat über 2 Stunden lang Schnee geschippt (jeden versiegelten Quadratzentimeter des Grundstücks!). Ich hätte das ohne Pause nicht geschafft (mein armer Rücken!). Im Gegensatz zu meiner Mutter bin ich da auch rechts entspannt, wenn er draußen werkelt. Aber Mutter ist halt noch vom alten Schlag ("was denken denn die Nachbarn, wenn der Garten so komisch aussieht!"). Und sie schimpft immer mit ihm, wenn er irgendwo zu viel beschnitten hat, o.ä. Ich bin da zum Glück etwas entspannter  Mir ging es ja auch eher um die Tage, wo er wetterbedingt nicht nach draußen kann (oder sollte!). Mit der Tagespflege ist sicher eine gute Idee, aber solange der MDK des Krankenkasse nicht bei uns war (Antrag läuft), werde ich da nichts unternehmen. Mir ist auch bewusst, dass "diese" Probleme nicht das Ende sind, sondern erst der Anfang. Viele meiner Bekannte/Verwandte wundern sich über meinen "Mut" diesen Schritt gegangen zu sein und fragen sich, ob ich es nicht irgendwann bereue. Mal sehen, momentan nehme ich es noch relativ gelassen, aber jeder Nervenstrang hat eine Sollbruchstelle  Sollte einer von euch noch eine gezielte Frage haben, dann bitte "kurz und bündig". Eigentlich habe ich keine Leseschwäche, aber im Vergleich zur gedruckten Schrift, fange ich bei Forums-Beiträgen ohne "Strich und Punkt" (bzw. Zeilenumbrüchen) an Zeilen beim Lesen zu überspringen bzw. die Konzentration lässt nach. Ansonsten bleibt mir nun nur noch "Frohe Weihnachten" zu wünschen! Grüße Peter |
|  | | Peter Neu im Forum

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 | Thema: Re: Fragen eines Betroffenen So 29 Jan 2012, 16:15 © Peter | |
| Ein Hallo in die Runde, habe mich länger nicht gemeldet, da ich beruflich zur Zeit stark eingespannt bin. Ich hoffe, ich bin euch mit meinem letzten Beitrag nicht "auf den Schlips getreten". Ich bin halt ein Mann und Männer haben es halt nicht so mit der Kommunikation (Ausnahmen bestätigen die Regel!). In der Steinzeit gingen die Männer ja bekannterweise auf die Jagd und da wurde es so weit als möglich vermieden Geräusche von sich zu geben  Die Frauen saßen in der Höhle und haben dann aus Langeweile angefangen zu reden  Zurück zum Thema. Leider nimmt der Durchmesser meiner Nerven immer mehr ab  Obwohl ich es mir fest vorgenommen habe, bei allen Dingen, die mein Vater macht, immer ruhig und gelassen zu bleiben. Aber ich denke, dass schafft keiner  Mittlerweile haben wir viele Dinge (wie Farben, Lösungsmittel und andere "gefährliche" Dinge) weggeschlossen. Die Küche ist auch seit vier Wochen nachts abgeschlossen. Das hat mein Vater erst mal so akzeptiert. Allgemein, wenn er denn mal ganze Sätze herausbekommt, beschwert er sich, dass ich und meine Mutter ihm alles untersagen, verbieten und wegschließen. Aber welche Wahl hat man sonst? Unsere größte Sorge ist zur Zeit, dass mein Vater seit zwei Wochen wieder anfängt mitten in der Nacht aufzustehen. Das passiert dann auch schon mal um 23:30, wenn er schon um 20:00 ins Bett gegangen ist. Er wäscht sich, zieht sich an und rasiert sich (trocken). Geht dann eine Etage nach unten ins Wohnzimmer um sich dort dann angezogen wieder auf das Sofa zu legen. Manchmal schläft er, letzte Nacht um 3:40 schaute ich nach und da hörte er Radio. Um 7:00 dann hatte er den Fernseher an und schaute sich das Kinderprogramm an. Das ist ja noch alles harmlos, aber ich habe Sorge, dass er nachts Dinge macht, die nicht mehr so harmlos sind. Was sollen wir tun? Auch das Wohnzimmer noch abschließen? Dann fängt er wahrscheinlich an zu meutern  Jetzt fängt auch noch eine Frostperiode an, wo er nicht mehr so oft nach draußen kann. Was machen wir nur? Vom MDK habe ich doch tatsächlich diese Woche einen Fragebogen zum Ausfüllen bekommen. 10 Wochen nach Antragstellung, Wahnsinn. Grüße Peter |
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