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 Schwiegervater und das Vergessen

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skambia
Gast



BeitragThema: Schwiegervater und das Vergessen   Di 13 Dez 2011, 09:26    © skambia

Hallo,
mein Schwiegervater (78) ist auch vergesslich. Gestern stand er um 19.30Uhr in Jacke und Mütze im Flur (wir wohnen im selben Haus und auf der selben Etage) und wollte Arbeiten gehen. Die Firma gibt es seit 30 Jahren nicht mehr.
Letzte Woche stand er vor mir und meinte ich solle mit seiner Frau reden das sie wieder zurück kommt. Sie ist seit 2004 tot. Er war total überrascht als ich ihm das sagte. Er meinte wenn er das gewusst hätte wäre er mit auf die Beerdigung gegangen. Habe ihm dann gesagt das er da war, wusste er auch nicht mehr.
Er kommt zig mal am Tag an und fragt wo seine Sachen sind (Geldbeutel, Rasierer, Schlüssel etc). Ich koche für ihn und bringe es ihm dann rüber. Trotzdem sagt er jeden Tag er hätte seit Tagen nix gegessen. Seit Wochen trägt er die selben Sachen, wenn ich ihm sage er soll sich andere Sachen anziehen meint er die wären frisch. Lebensmittel schmeisse ich auch regelmäßig weg weil sie verdorben sind. Heute morgen steht er im Hausflur um halb sieben (normalerweise schläft er dann noch) und war angezogen und er wusste nicht mehr wo er ist. Letzte Woche stand er vor mir und wollte das ich mit ihm Sex habe. Seitdem habe ich Angst. Er ist nicht mehr der, der er einmal war. Er weiß auch nicht mehr wann er Geburtstag hat. Weihnachten war für ihn am Samstag. Er kommt auch an und ist davon überzeugt spazieren gewesen zu sein obwohl er nie spazieren geht. Wäre es sinnvoll ihn in ein Heim zu geben und glaubt ihr das es Alzheimer ist? Sein Hausarzt nimmt leider keine Rücksicht drauf das wir Arbeiten gehen und gibt Nachmittags keinen Termin. Somit haben wir erst nächste Woche einen Termin. Was können mein Mann und ich machen? Muss dabei sagen das ich nervlich am Ende bin da mein Vater (56) im KH ist und er Weihnachten nicht mehr erleben wird wegen Hirntumor. Ich habe einfach keine Kraft mehr.
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sylvia
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BeitragThema: Re: Schwiegervater und das Vergessen   Di 13 Dez 2011, 10:03    © sylvia

Liebe Skambia tut mir sehr leid, das Du so schlimme Feiertage erleben mußt.
So, wie Du es schilderst könnte es Demenz sein. Aber das muß ein Neurologe feststellen. Arztwechsel ist da wohl auch sinnvoll. Erstmal braucht Ihr eine Pflegestufe, die müßt ihr beantragen. Dann könnte ein Pflegedienst regelmäßig kommen. Einen Seniorenstift sollte man einen "guten" auswählen, der auch ne Demenzabteilung hat. Leider haben diese Menschen oft keine Orientierung, vergessen sehr schnell, wie Du ja schon gemerkt hast.
Alles Gute und viel Kraft wünscht Dir Sylvia

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Den Schlüssel zum Erfolg kenne ich nicht. Der Schlüssel zum Scheitern ist der Versuch, es allen recht zu machen.
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maxmoritz
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BeitragThema: Re: Schwiegervater und das Vergessen   Di 13 Dez 2011, 10:11    © maxmoritz

Hallo Skambia,
herzlich Willkommen hier.
irgendeine Prognose als Schuß ins Blaue starte ich nicht.

Von dem was Du so erzählst würde ich Euch dringend den Besuch bei einem Neurologen empfehlen. Und dem Hausarzt scheint die aufkommende Gefahr überhaupt nicht bewußt zu sein. Eventuell muss sogar über einen Arztwechsel nachgedacht werden. Dazu hat Dein Schwiegervater ein Anrecht auf seine Akte ! Wenn nicht im Orginal, dann in Kopie.

Das Du Dich bei dem Hintergrund mit Deinem Papa noch so um Deinen Schwiegervater kümmerst, ist sehr tapfer aber auch extrem Kräftezehrend. Ich hoffe, Du hast genug Rückhalt in Deiner Familie.

Lieben Gruß und ne Riesenportion Kraft und Stärke sendet Monika flower

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flower Ich grüße alle Foris flower
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Ulli52
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BeitragThema: Re: Schwiegervater und das Vergessen   Di 13 Dez 2011, 10:15    © Ulli52

Hallo Skambia, was du beschreibst hört sich sehr nach Demenz an. Aber um das sicher zustellen, ist es besser einen Termin bei einem Neurologen zu machen. Der kann dir auch genau sagen ob und wie lange dein Schwiegervater noch allein in einer Wohnung sein kann.Kann mir gut vorstellen das du Angst hast, das musst du auch dem Arzt sagen. Da wird einiges auf euch zu kommen, aber erst einmal alles von einem Neurologen abklären lassen. Denke immer daran, dass dein Schwiegervater nichts dafür kann, es ist diese scheußliche Krankheit. Wünsche dir viel Kraft, liebe Grüße Ulli

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Ein Freund ist ein Mensch, der die Melodie deines Herzens kennt und sie dir vorspielt, wenn du sie vergessen hast.
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Betty007
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BeitragThema: Re: Schwiegervater und das Vergessen   Di 13 Dez 2011, 10:22    © Betty007

Hallo Skambia,
Ich schließe mich meinen Vorrednern an. Ihr braucht dringend einen Termin beim Neurologen oder eine Gedächtnisambulanz. Dann habt ihr die Sicherheit und könnt weitere Schritte unternehmen.

Oft hilft es auch schon, wenn genug getrunken wird, denn eine Dehydrierung führt oft zu Desorientierungen. Bitte achtet mal drauf, das wirklich ca 2 Liter am Tag getrunken werden. (Möglichst nicht Kaffee, sondern Wasser und/oder Säfte).

Viel Kraft und alles Gute für Euch

Liebe Grüsse

Bettina santa

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Bettina



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Werner Finck
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jellyamber
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BeitragThema: Re: Schwiegervater und das Vergessen   Di 13 Dez 2011, 11:14    © jellyamber

Hi Skambia,

wenn du deine PLZ mal schreibst, suche ich dir eine Gedächtnisambulanz raus.
Dort könnt ihr versuchen, eventuell notfallmäßig noch vor Weihnachten einen Termin zu bekommen.
Denkt darüber nach, dass dein Schwiegervater vielleicht gleich stationär geht für 3 -6 Wochen,
damit die notwendigen Untersuchungen und Einstellungen mit Medikamenten erfolgt.
Vor dort kann auch die Pflegestufe beantragt werden, du kannst aber auch heute schon bei der Pflegekasse
anrufen und formlos per Telefon einen Antrag stellen - bis der bearbeitet ist, vergeht schon einige Zeit,
in der du dich hier einlesen kannst, hier findest du ganz viele Tipps, denn:

Wir alle standen mal so fassungslos da - und finden hier täglich unsere Fassung wieder.
Meld dich ruhig an im Forum, es lohnt sich.

Liebe Grüße
Jelly

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Ich kann freilich nicht sagen, ob es besser werden wird, wenn es anders wird;
aber so viel kann ich sagen: es muss anders werden, wenn es gut werden soll.

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BeitragThema: Re: Schwiegervater und das Vergessen   Di 13 Dez 2011, 14:05    © Biggi

Liebe Skambia,
da hast du im Moment wirklich Sorgen genug.

Werde jetzt nicht kopflos. Wenn Demenz diagnostiziert werden sollte, was ja noch gar nicht feststeht, gibt es heute sehr gute Medikamente, die diese Krankheit verzögern können. Es sind sogar wieder Aufhellungen durch Medis möglich.

Also würde ich das Thema Pflegeheim erst mal beiseite schieben und mich auf das Wesentliche konzentrieren, was jetzt und heute wichtig ist. Wenn ihr wisst was los ist, kann man gezielt helfen. Auch mit einer Pflegestufe dürfte es ohne Diagnose schwierig werden.

Doch egal, wodurch diese Verwirrtheit ausgelöst wurde, nimm bitte nichts persönlich. Er weiss es im Moment nicht besser und hält das was er sagt für Realität. Wenn er immer korrigiert wird, wird er höchstens noch aggressiv dazu.

Ich wünsche dir ganz viel Kraft in der nächsten Zeit, vor allem auch für deinen Vater.

LG Biggi

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skambia
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BeitragThema: Re: Schwiegervater und das Vergessen   Mi 14 Dez 2011, 11:49    © skambia

Herzlichen Dank für eure Antworten. Habe mich auch direkt mal auf die Suche nach einer Gedächtnisklinik gemacht und versucht einen Termin beim Neurologen zu bekommen. Aber da kann man leider erst ab Mitte Januar was erreichen. Eine Gedächtnisklinik ist ziemlich weit entfernt. Also müssen wir leider doch auf den Termin beim Hausarzt setzen. Vll kann der ja schon was machen.
Zum Thema Pflegestufe...
Habe gelesen das es ziemlich schwer sein wird ihn in eine Pflegestufe zu bekommen. Da er ja "nur" Vergesslich ist. Habt ihr das mit euren Lieben alle geschafft ohne Probleme?
Ja Rückhalt habe ich zum Glück jede Menge in der Familie. Nur leider lebt sie 150km weit weg. Aber dort kann ich mich immer ausheulen:oops:
Das genügend trinken ist auch so ein Thema. Er hat zwar jede Menge Sprudel da aber er hält sich lieber an Cappucino oder Cola. Ab und zu auch gern Wein den er irgendwo versteckt hatte.
Jellyamber ich wollte dir per PM meine Postleitzahl schicken, ging aber leider nicht. Da hab ich dann heut morgen mal bei der Krankenkasse angerufen. Die haben mir dann können sagen wo die Klinik ist. Trotzdem danke Smile
Ich danke euch allen, es hat gut getan mal den Klotz nieder zu schreiben.
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BeitragThema: Re: Schwiegervater und das Vergessen   Mi 14 Dez 2011, 12:04    © Betty007

Liebe Skambia

Wenn Ihr einen Termin beim Neurologen bekommt, kann dieser feststellen, ob es sich wirklich um eine Demenz handelt. Da bekommt ihr mind. die Pflegestufe 0.
Hilfreich ist, alles aufzuschreiben wo man helfend eingreifen muss. Jeder Handschlag, jede Aufforderung zählt.
Am Anfang ist es mit den Pflegestufen nicht einfach - wir mussten jedesmal Widerspruch einlegen.... War ein langer Weg. Hat sich aber gelohnt. Nur nicht aufgeben... Beim Gutachter darauf bestehen, das dieser sich mit Demenz auskennt. Ganz wichtig!!! Wir hatten hier jemanden der Schwiegermutter einen 5 € -Schein gezeigt hat und gefragt hat was das für Geld sei (damals war gerade frisch der Euro eingeführt) Sie hat mit Rubel geantwortet. (Sie kommt ursprünglich aus Pommern, da sie das Geld nicht kannte, war das für sie naheliegend) Naja, nach einigem Fragen und mit der Nase draufstupsen ist sie schließlich auf den Euro gekommen. Im Gutachten stand dann, dass sie den Euro erkannt hat. Ja ganz toll....Lasst Euch nicht unterkriegen!

Liebe Grüsse

Bettina rendeer




Habe gerade gesehen, dass du dich angemeldet hast - Prima- Wenn du dich ein bischen einliest bekommst du schon sehr viele Infos.

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Liebe Grüsse

Bettina



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BeitragThema: Re: Schwiegervater und das Vergessen   Mi 14 Dez 2011, 13:05    © skambia

Betty das hört sich ja krass an.
Werde mir dann heute mal ein kleines Buch kaufen indem ich das alles aufschreibe.
Wo sollte ich lieber einen Termin machen? Diagnostik und Behandlungscenter oder in einer Memory Klinik? Hab da keine Ahnung. Sorry.
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BeitragThema: Re: Schwiegervater und das Vergessen   Mi 14 Dez 2011, 15:06    © Betty007

Liebe Skambia,

leider
weiß ich auch nicht was da besser ist. Bei uns auf dem Land gibt es nur
eine Gerontopschyatrische Ambulanz bei der wir mit Schwiegermutter in
Behandlung sind. Ich würde Termine bei beiden machen und dann den
frühstmöglichen Termin wahrnehmen...
Vielleicht wissen andere Foris
da aber noch genauer Bescheid. Fakt ist: Je früher eine Demenz - falls
es denn eine ist - festgestellt wird und man medikamentös eingestellt
wird, umso höher ist die Lebensqualität bzw. je länger kann die
Selbstständigkeit erhalten bleiben und die Krankheit wird verlangsamt.
Bei Schwiegermutter traten sogar wieder leichte Besserungen ein. Aber
man sollte keine Wunderdinge erwarten...

Liebe Grüße

Bettina rendeer

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Liebe Grüsse

Bettina



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