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Shali Ist hier Zuhause


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 | Thema: Re: Umzug zu Mutter geplant Mi Feb 22, 2012 7:30 pm © Shali | |
|  Hallo Engelina nachdem ich nun die Ehrlichen Zeilen von von jellyamber gelesen hab,bin ich irgendwie ein wenig selbst erleichtert. Wie auch Sie hab ich in den letzten 8-10 Jahren damit verbracht meinen Vater und seine Frau(vor 4 Jahren verstorben) zu versorgen zu Pflegen,jetzt hat Vater auch Demenz und ich war hin und her gerissen zwischen hinziehen oder Betreutes Wohnen.(Geschichte hier ja nach zu lesen) Hab ich dann fürs BW entschieden,was gänzlich vom ersten Tag dann doch gescheitert ist,so das Vater seit nun mehr 3 Wochen im Heim ist. Einerseits kämpfe ich mit meinem Gewissen,weil ich immer gesagt habe ich kümmere mich um Ihn und jetzt ist er im Heim. Andererseits sagt mir meine Vernunft,ich habe alles menschenmögliche getan damit es Vater gut geht,weil ich Gesundheitlich und auch körperlich,laut Aussage meines Arztes und der Heimleitung das allein nie geschafft hätte. Leider habe ich auch nicht den Rückhalt einer Familie,wie so viel andere hier,mein Mann kommt mit der Krankheit gar nicht klar,kann oder will sie nicht verstehen... meine Kinder halfen und helfen wo es geht.. Ich verneige mich vor Allen,die Ihre Eltern zuhause Pflegen,doch ich sehe auch,was die Krankheit (meine Stiefmutter war auch an Alzheimer erkrankt und wurde 10 Jahre vom Vater gepflegt) aus meinen Vater gemacht hat,der immer Lebenslustig und gut in Futter war.Er hat über 50 Kilo abgenommen,war am Ende selbst nur noch ein Frack,trotz das er einen Pflegedienst und auch meine Hilfe hatte. Ich war am Ende auch am Ende meiner Kraft,weil ich den Spagat zwischen der Pflege meines Vaters und meiner Familie nicht mehr bewältigen konnte,auch wenn es mir jetzt schwer fällt,das Papa im Heim ist,letztendlich habe ich für mich,doch richtig entschieden,hoffe ich mal!! Du siehst also,ganz so einfach wird es nicht werden und dennoch wirst Du für dich die richtige Entscheidung treffen. Wäge alles ab,deine Gesundheit die letztendlich immer im Vordergrund stehen sollte,dein Verhältnis (Katz und Hund) und ob du die Seelische Belastung aushalten kannst. Wenn du das alles berücksichtigst,dann tust du das Richtige und stehst mit allem was kommt dazu. Wünsche Dir die Kraft,die richtige Entscheidung zu treffen.... Shali _________________________________________________ Nimm ein Jeden wie er ist,so nimmt man Dich auch wie Du bist!
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|  | | Engelina Ist sich am Einleben


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 | Thema: Re: Umzug zu Mutter geplant Mi Feb 22, 2012 7:50 pm © Engelina | |
| Hallo Shali,
auch Dir danke ich für Deine offenen Worte. Es macht mich alles sehr nachdenklich was ich hier lese...und trotzdem werde ich es wohl tun..tun müssen weil es für mich keine andere Lösung gibt. Ich könnte niemals damit leben Mutter in ein BW "zu stecken" wo sie dann nur noch unglücklich ist.
Der Tod meines Papas ist gerade mal 8 Wochen her...das geht gar nicht das sie da aus ihrem Haus raus muss. Und für mich ist es eben so das ich das dauernde hin und her einfach nicht mehr leisten kann aber leisten muss...es gibt leider keinen der mir das abnimmt.
Es ist halt verzwickt wo ich drinstecke...bin nur froh das mein Mann mich in allem unterstützt!! Und er wird auch sehr gut auf mich aufpassen..das macht er jetzt ja schon...er ist wirklich süß.
Das soll nun aber nicht heißen das ich einer Diskussion aus dem Weg gehe..ich bin immer noch an Meinungen interessiert. Aber für heute ists genug..der Disput am Nachmittag hat mir ne Migräne eingebracht...die möchte jetzt exekutiert werden...grins.
Bis morgen ihr Lieben, bin froh, euch gefunden zu haben.
Engelchen
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|  | | soda1964 Ist hier Zuhause


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 | Thema: Re: Umzug zu Mutter geplant Do Feb 23, 2012 2:21 pm © soda1964 | |
| Liebe Engelina, auch von mir  . Mich berühren die Beiträge hier gerade sehr ... Ich kann sehr gut nachvollziehen, dass ihr einen Umzug ins Auge fasst. Dass die Pflege eines (dementen) Angehörigen eine grosse Herausforderung und Belastung ist, wissen und erleben ganz viele hier. Du gehst mit deiner Familie deinen eigenen Weg. Könntet ihr euch denn auch vorstellen, weiter in der anderen Wohnung zu leben, auch wenn deine Mutter mal nicht mehr dort sein könnte? Oder würde dies dann wieder einen Umzug für euch bedeuten? Das, denke ich, ist auch noch ein Punkt, den es zu bedenken gilt. Denn manchmal gibt es ganz schnell wieder eine Änderung... Ich bin mit meiner Familie vor 19 Jahren in das Haus neben meinen Schwiegereltern gezogen. Schon da haben wir die beiden Haushälften miteinander verbunden, damit das Hin und Her gerade auch für die damals noch kleinen Kindern einfach war. Vor 13 Jahren starb mein Schwiegervater. Ab da betreuten wir unsere Nonna, zunehmend wurde sie pflegebedürftig und dement. Im August letztes Jahr wurde sie 90 Jahre alt, seit einigen Monaten ist sie nun im Pflegeheim. Als wir hier her zogen, war Nonna noch soweit gesund. Ich bin nach und nach in die Pflege hinein gewachsen, so wie sie diese brauchte. Die letzten Monate vor ihrem Übertritt ins Heim waren sehr, sehr streng und belastend. Und doch gab es auch sehr viele schöne, lustige, bereichernde Momente und wir haben viele schöne Erinnerungen an die gemeinsamen Jahre "unter einem Dach". Ich wünsche dir Mut, Kraft und Gelassenheit für alles was kommt. Du gehst deinen Weg - und wenn du magst, begleiten wir dich dabei hier im Forum. Liebe Grüsse Therese _________________________________________________ Das mögen,was man muss - das dürfen, was man mag. (Henry Ford)
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|  | | Engelina Ist sich am Einleben


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 | Thema: Re: Umzug zu Mutter geplant Do Feb 23, 2012 5:57 pm © Engelina | |
| Hallo Therese,
also das wäre dann so das wir einmal in dem Haus bleiben würden...ist mein Elternhaus und ich bin dort aufgewachsen. Zudem ist alles ebenerdig was in meinem Haus nicht so ist...das wäre natürlich auch für meine eine enorme Entlastung denn Treppen steigen fällt mir zusehends schwerer.
Nach allem was ich hier gelesen habe raucht mir im Moment der Kopf und ich habe gemerkt, ich muss seeeehr vieles bedenken und das werde ich auch in Ruhe tun.
Für die Übergangszeit würde ich gerne eine Betreuerin einstellen...so wie man früher sagte eine Gesellschafterin. Ideal wäre es wenn sie am frühen Nachmittag käme und für Mutter da wäre. Dann wäre sie nicht alleine denn das macht ihr auch sehr zu schaffen...ist ja klar denn meine Eltern waren 70 Jahre zusammen...wenn dann einer stirbt kann es nur furchtbar sein.
Wenn ihr mich mögt würde ich gerne bleiben..kann zwar noch keine klugen Ratschläge verteilen aber es geht ja auch nicht nur um Pflege hier nä.
Ich wünsche euch einen schönen Abend
Engelina
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|  | | Betty007 Ist hier Zuhause


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 | Thema: Re: Umzug zu Mutter geplant Do Feb 23, 2012 6:55 pm © Betty007 | |
| Liebe Engelina
ja klar darfst du bleiben - warum nicht?? Hier sind einige, die keine Angehörige mehr pflegen und trotzdem hier hängen geblieben sind, dieses ist wie sagt man so schön ein lebendiges Forum - es gibt viele verschiedene Bereiche, die nicht mit Demenz zutun haben ..... Einfach weil es auch neben dieser Krankheit und alles was damit zu tun hat auch noch andere Dinge gibt. Bin auch noch nicht solange dabei, aber habe mich sofort wohl gefühlt und inzwischen nette freundliche und sehr liebevolle Menschen hier kennengelernt, die ich nicht mehr missen möchte. Es wird viel gelacht hier.... Beteidige dich einfach so wie es dir möglich ist und du möchtest..... _________________________________________________ Liebe Grüsse Bettina Lächeln ist die eleganteste Art einem Gegner die Zähne zu zeigen. Werner Finck |
|  | | felixdottir Wohnt oft hier

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 | Thema: Re: Umzug zu Mutter geplant Do Feb 23, 2012 7:51 pm © felixdottir | |
| Liebe Engelina, ich bin noch ein Greenhorn hier und Tipps kann ich nur wenige geben, aber trotzdem will ich dir meine Erfahrung schreiben.  Meine Mutter ist mittelschwer dement und vor knapp 7 Monaten in meine Nähe (300m) gezogen. Sie hatte ein Haus, in dem sie bislang alleine zurecht kam. Wir wollten für die Zukunft vorsorgen. Gut, anders als bei dir, hat sie die räumliche Veränderung mitmachen müssen, aber dafür habe ich hier das Umfeld gut im Griff. Aber wenn ich lese | Zitat: | | Grad heute meinte sie wieder sie wolle nicht das wir einziehen...es würde sich dann ja einiges ändern...ach nee hab ich gar nicht gewußt grmpf...sie könne sich das nicht vorstellen. |
dann haben wir wohl doch viel gemeinsam.
Ich hatte es mir anders vorgestellt.
Es ist viel schwerer als es scheint. Schließlich gehört es auch zum Krankheitsbild, dass sich der Charakter und die Interessen des Kranken verändern. Oft denke ich, das kann jetzt nicht meine Mutter sein. Und schon manches Mal habe ich meinen Entschluss naja, bereut??, zumindest in Zweifel gezogen.
Ich bin jetzt der Ansprechpartner für ALLES. Und alles mach ich falsch. Und die neue Wohnung ist eh Sch….. Bei mir wird nur noch gejammert und gemeckert.
Bei Fremden ist alles prima, nur über die Tochter gibt es viel zu klagen….. „Ich kümmere mich nicht, hab nur meine Interessen im Blick, schiebe Mutter nur ab, usw."
Mit Fremden hat sie Spaß und unternimmt gerne etwas. Wenn ich mit ihr den Nachmittag verbringe sagt sie: “Naja, alleine hätte ich es auch nett gehabt.“
Ich habe mir mittlerweile mehrere Hilfen ins Boot geholt, aber ich bin immer wieder froh, wenn ich Abstand nehmen kann. Auch wenn es nur 300m sind. Und meine Männer (Mann und 2 Söhne) sind zwar mit der Entscheidung einverstanden gewesen, aber es ist letztlich wie mit nem Haustier: an wem bleibt's hängen .... 
Könnte ich die Zeit um 12 Monate zurückdrehen, ich würde heute anders entscheiden. Ich würde fremde Hilfe vor Ort suchen und im Hintergrund bleiben. Vielleicht können es die anderen ja wirklich besser, oder es liegt am Mutter-Tochter-Verhältnis?
Ich rate dir: bring dich nicht zu sehr ein, halte dir den Rücken frei.
Liebe Grüße felixdottir
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|  | | Engelina Ist sich am Einleben


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 | Thema: Re: Umzug zu Mutter geplant Do Feb 23, 2012 8:27 pm © Engelina | |
| Hi felixdottir,
das ist bei uns genauso. Meine Schwester ruft Mutter an und alles ist in bester Ordnung. Ich rufe 5 Minuten später an und mir wird nur was vorgeheult und vorgejammert. Meine Schwester hat ein völlig anderes Bild von ihr als ich. Eben rief Mutter auch wieder an..die Ohren dröhnen...der Pflegedienst war dagewesen aber die können da auch nix machen. Sie wollte dann das ich komme aber ich hab ihr dann auch gesagt ich kann das nicht wegmachen...es gibt keine Medizin dagegen oder dafür..boah und nu sitz ich hier wieder mit nem schlechten Gewissen....es tut mir so leid aber ich kann nicht jedes Mal hin wenn die Ohren tuten....
Sorry aber das musste ich mal eben loswerden..
Ich wünsche euch allen noch einen schönen Abend.
Engelina
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|  | | Babsi55 Ist hier Zuhause

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 | Thema: Re: Umzug zu Mutter geplant Fr Feb 24, 2012 8:38 am © Babsi55 | |
| Das kenne ich auch.
Wenn es meinem Vater langweilig war, rief er an wir sollten kommen. Ging nicht immer, wir sind beruftstätig. Als das nicht klappte wurde er kreativ. Er rief an und erzählte uns, dass er gefallen ist und nicht mehr aufstehen kann. Wir verständigten den Notruf, ließen alles liegen und stehen. Als wir hinkamen fragte er nur verwundert: "Was macht ihr denn hier?" Dann kam er auf die Idee, die Toilette mit Klopapier vollzustopfen bis sie überlief. Natürlich mussten wir hin und sauber machen. Da hätte ich noch eine ganze Liste zu bieten.
Zu meinem Vater kam drei Mal täglich der Pflegedienst, zwei Mal die Woche kam nachmittags eine ehrenamtliche Person die mit ihm Mensch ärgere dich nicht spielte und ihm vorlas. Aber die mochte er überhaupt nicht. Da rief er auch immer bei uns an wir sollten kommen weil er nicht weiß was er mit dieser Frau reden soll. Er hörte auch sehr schlecht. Abends kamen immer abwechselnd entweder meine Schwester oder ich und am Wochenende verbrachten wir abwechselnd den halben Tag mit ihm. Das war nie genug. Mehr ging nicht und wir schreckten nachts im Schlaf hoch weil wir glaubten das Telefon klingelt und konnten nicht mehr schlafen. Es war auch öfters so, dass er Tag und Nacht verwechselte und mitten in der Nacht anrief wo wir bleiben. Ein paar Mal ist er auch wirklich hingefallen und wir mussten hinfahren, immer in der Angst es ist etwas Schlimmeres passiert. Irgendwann schafften wir das nicht mehr und wir mussten ihn ein ein Pflegeheim geben.
Glaube mir, es wird nicht besser werden und ich würde mir an deiner Stelle sehr genau überlegen ob du zu ihr hinziehen willst. Du und deine Familie habt kein eigenes Leben mehr. Wenn dann die Entscheidung, wie bei dir, nur aus reinem Pflichtgefühl fällt ist das noch problematischer. |
|  | | bibo50 Ist hier Zuhause


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 | Thema: Re: Umzug zu Mutter geplant Fr Feb 24, 2012 9:35 am © bibo50 | |
| Hallo Engelina,
nun hast du ja schon einiges gehört bzw. gelesen. Ich habe hier in den Beiträgen viel negatives gelesen. Keine Frage, das ist oft auch so. Aber nun möchte ich dir auch etwas positives erzählen. Die Geschichte meiner Mutter und mir als Tochter ist alles andere als einfach gewesen. Es war schon einmal soweit, dass ich den Kontakt abgebrochen habe - eine lange Geschichte, die voller Wut und Enttäuschung war. Aber nun ist meine Mutter auf meine Hilfe angewiesen und ich gebe sie ihr. Weil sie meine Mutter ist. In der Zeit, in der du jetzt bist, als ich nicht wusste wie es weitergehen soll, gingen wir (meine Familie und ich) durch die Hölle. Das Problem, was machen wir, was wird jetzt, wie gehts ihr, was macht sie wieder war ständig präsent. Jede Minute, jede Sekunde. Das hat mich sowohl körperlich, gesundheitlich und auch seelisch ziemlich an meine Grenzen gebracht. Nachdem meine Mutter nun bei uns wohnt (seit gut 1 1/2 Jahren) gehts mir so gut wie nie. Ich habe keine Angst mehr, brauche nicht Tag und Nacht zu überlegen, wie es ihr wohl gerade geht. Meine Gesundheit ist viel viel besser geworden. Und meine Seele hat wieder Flügel bekommen. Es ist nicht so, das mein Leben komplett im Eimer ist - natürlich geht jetzt nicht mehr alles so wie früher. Ich muss überlegen, planen und mir die Dinge für mich erkämpfen. Aber mit viel Hilfe und einer Familie, die füreinander einsteht, geht das. Ich gehe ins Fitnesscenter, lerne Spanisch, besuche meine Freunde, lade Leute ein...etc. Es bedarf einiger Organisation, das stimmt schon, aber ich würde es immer wieder tun. Alle meine Freunde wissen, wenn sie mich und meinen Mann einladen, dann komm ich auch mit meiner Mutter - es geht nicht anders. Wenn mal der Fall eintritt, dass sie nicht mitkommen kann - aus welchen Gründen auch immer - komme ich halt nur ein Stündchen und muss dann wieder heim. Alle meine Freunde (die wirkliche Freunde sind) wissen das und akzeptieren das. Ich weiß nicht was die Zeit noch bringen wird, aber das wird sich zeigen. Natürlich geraten wir aneinander, es ist nicht alles Sonnenschein - aber das gehört dazu. Ich versuche vieles mit Humor zu nehmen, auch wenn sie mich als Ekel oder sonstiges bezeichnet. Nicht immer gelingt es - aber meistens. Tu das was dein Herz dir sagt, versuche es zumindest. Auch ich habe mein Haus verkauft und wusste nicht, was auf mich zukommen wird. Aber es gibt immer eine Lösung...wie auch immer die aussieht. Ich wünsche dir alles Liebe Birgit _________________________________________________ Ärgere dich nicht, dass der Rosenstrauch Dornen trägt, sondern freue dich, dass der Dornenstrauch Rosen trägt. |
|  | | Biggi Spezial-Helfer


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 | Thema: Re: Umzug zu Mutter geplant Fr Feb 24, 2012 12:30 pm © Biggi | |
| Liebe Birgit, dein Beitrag hat mir sehr imponiert, und du sprichst sicherlich vielen Pflegenden damit aus der Seele. Es ist in der Tat nicht immer alles überwiegend negativ zu sehen. LG Biggi _________________________________________________ --Du magst denjenigen vergessen, mit dem du gelacht hast, aber nie denjenigen, mit dem du geweint hast--
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|  | | jellyamber Ist hier Zuhause

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 | Thema: Re: Umzug zu Mutter geplant Fr Feb 24, 2012 1:21 pm © jellyamber | |
| Liebe Birgit, liebe Biggi,
in der Tat - nicht alles ist negativ zu sehen, doch wirkt das Negative immer schwerer als das Positive. Was häufig in unseren Diskussionen unter den Tisch fällt, ist das Lebensalter der Betreuenden, ihre Lebensumstände, Job oder nicht Job, arbeitslos, Rentenempfänger, ihre Gesundheit wie Krankheit, ihre finanzielle Lage und die Gedanken an die Zukunft, was sein wird, wenn der Betroffene nicht mehr ist.
Darüber sollten wir reden. Nachdenken.
Und je ehrlicher umso besser. Ich hätte damals ein paar klare, eindeutige und auch "negative" Erfahrungen anderer gebraucht, weil ich mir nicht annähernd vorgestellt habe, was es letztendlich bedeutet, mit 42 Jahren meine Wohnung, meine Freunde, meine Kunden, mein Umfeld, meine Ärzte (!) aufzugeben, damit meine Eltern ihre Wohnung, ihre Freunde, ihr Umfeld, ihre Ärzte behalten können - auch wenn sie es letztendlich gar nicht mehr im vollen Umfang mitbekommen.
Dass ich in dieser Zeit vieles von ihnen bekommen, vieles aufgeholt habe an Nähe und Zuneigung, darüber habe ich schon ausgiebig im Forum geschrieben.
Aber davon kann ich weder jetzt noch meine weitere Zukunft gestalten.
Sorry, dass ich so negativ bin - aber ich bin ehrlich ziemlich am Ende, trotz so vieler Hilfe und Unterstützung.
LG Jelly
_________________________________________________ Wer über das Schicksal nicht lachen kann, hat den Witz nicht verstanden. G.D. Roberts
Werde, der du bist. F.Nietzsche
Ich kann freilich nicht sagen, ob es besser werden wird, wenn es anders wird; aber so viel kann ich sagen: es muss anders werden, wenn es gut werden soll. Georg Christoph Lichtenberg
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|  | | Babsi55 Ist hier Zuhause

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 | Thema: Re: Umzug zu Mutter geplant Fr Feb 24, 2012 2:13 pm © Babsi55 | |
| Jelly,
Du sprichst mir aus der Seele. Es kommt auf viele Faktoren an.
Die Wohnung meiner Eltern wäre zu klein für uns alle gewesen. Außerdem im 1. Stock ohne Aufzug und mein Vater gehbehindert. Wir mussten ihn oft die Treppe hochtragen. Ein Jahr später wurde ein Bein maputiert und spätestens jetzt hätte er eine behindertengerechte Wohnung gebraucht. Um meine Mutter mussten wir uns auch noch kümmern die im Wachkoma im Pflegeheim lag und immer noch liegt.
Wenn ich meinen Job damals aufgegeben hätte wäre es finanziell sehr eng geworden und meine Rente später mal sehr klein. Mein Vater ist letztes Jahr gestorben, da war ich 55 Jahre alt. Ich hätte niemals mehr einen Job bekommen. Das hätten meine Eltern nicht gewollt. Meine Mutter hatte sich schon vor fünf Jahren dagegen gewehrt als ich meine Arbeitszeit reduzierte um ihr bei Papa zu helfen.
Irgendwann werden wir bei meiner Schwiegermutter wieder vor dem gleichen Problem stehen. Bis jetzt geht es noch ganz gut, aber wie lange noch? Auch sie hat nur eine kleine Wohnung und wir wollen nicht dort einziehen. Eine größere Wohnung ist finanziell nicht möglich. Derzeit liegen die Mietpreise bei uns so um die 12 Euro pro qm Kaltmiete.
Auch haben wir das Problem, dass das Verhältnis zu ihr nicht so gut ist. Ich hätte mit ihr auch in früheren Jahren nicht unter einem Dach leben können, das wäre niemals gut gegangen. Wir versuchen, so lange es geht, sie in ihrer Wohnung zu betreuen, aber werden nicht das eigene Leben ganz aufgeben. Klingt hart, aber man sollte schon abwägen wie weit man es schaffen kann. Es ist keinem geholfen wenn man selbst zusammenklappt und zum Pflegefall wird.
Ich bewundere jeden, der seine Angehörigen aufopfernd pflegt. |
|  | | Biggi Spezial-Helfer


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 | Thema: Re: Umzug zu Mutter geplant Fr Feb 24, 2012 3:06 pm © Biggi | |
| Liebe Jelly, liebe Babs, ich denke auch, dass man darüber reden muss.
Aber doch gerade hier sollte sich niemand rechtfertigen müssen, welche Entscheidung er aus welchem Grund trifft. Natürlich sind sämtliche Umstände mit zu bedenken. Das liest man hier bei vielen Schicksalen immer wieder. Dieses Thema hatten wir hier schon öfter, weil es halt bei jedem Fori individuell anders ist.
Unsere Mutter war auch von 2003 bis 2008 im Heim, weil es unsere Umstände nicht anders zuliessen. Doch als diese sich geändert haben, haben wir sie wieder rausgeholt. Sie war dort "abgeschossen" und hat hier wieder neue Lebensqualität entwickelt. Das war eine sehr schöne Zeit, das zu erleben.
Wäre mein Schwvater mit Demenz übrig geblieben, hätte ich ihn nie im Leben pflegen können.
Ich meine, dass alle hier ihre Angehörigen lieben und das Bestmögliche für sie möchten. Sonst hätten sie sich nicht in diesem Forum angemeldet. Wo diese Fürsorge letztendlich stattfindet kommt immer auf die jeweiligen Umstände an, das ist ganz klar.
Dass es auch Menschen gibt, die sich von vorne rein keine Mühe geben und ihre Lieben sofort ins Heim stecken, weiss man. Aber solche Spezies... habe ich hier Gott sei Dank noch nicht erleben müssen. Wer sich hier anmeldet, sucht Unterstützung und Zuhörer, weil er sich halt echt Sorgen und Gedanken macht.
LG Biggi _________________________________________________ --Du magst denjenigen vergessen, mit dem du gelacht hast, aber nie denjenigen, mit dem du geweint hast--
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|  | | Babsi55 Ist hier Zuhause

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 | Thema: Re: Umzug zu Mutter geplant Fr Feb 24, 2012 8:11 pm © Babsi55 | |
| Danke für deinen Beitrag. Er ist sehr objektiv.
Das schlechte Gewissen begleitet einen doch immer aber man muss manchmal auch für sich selbst entscheiden.
Natürlich kümmerten wir uns um unseren Vater auch im Heim noch sehr intensiv und machen das auch immer noch für meine Mutter obwohl sie überhaupt nichts mehr mitkriegt.
Papa hatte im Heim auch Telefon und rief uns auch von dort noch öfters in der Nacht an und war verzweifelt weil er angeblich an der Straße XY stand und nicht mehr heim fand. Dabei lag er im Bett. Das erste Jahr im Heim war für ihn noch sehr schön, da konnte er noch an vielen Aktivitäten teilnehmen und legte uns den Plan vor, damit wir wissen wann wir ihn nicht zu besuchen brauchen weil er da keine Zeit hat. Er war schon immer sehr kontaktfreudig. Da gab es extra einen Stammtisch für Männer, da die naturgemäß in der Unterzahl waren. Richtig schlimm wurde es erst nach der Beinamputation, da hatte er sich auch noch den MRSA-Virus sich eingefangen und konnte deshalb an Aktivitäten nicht mehr teilnehmen. Da baute er ganz schnell ab.
Wir sind auch bereit für die Schwiegermutter da zu sein. Nächsten Mittwoch hat sie einen Arzttermin beim Urologen, da sie nüchtern sein muss vormittags. Ich nehme mir frei um mit ihr da hin zu gehen. Meine Schwägerin hat an ihren freien Tagen andere Termine mit ihr wahrgenommen. Alle anderen Arzttermine veruschen wir möglichst nach Feierabend zu nehmen, da unsere Urlaubstage leider nicht unbegrenzt sind. Funktioniert auch, wenn wir die Termine selbst vereinbaren. Leider hat meine Schwiegermutter oft den Ehrgeiz das selbst zu machen, schreibt entweder die Termine aber nicht auf oder besteht darauf, dass alle tagsüber sind. Ihr könnt doch einfach daheim bleiben oder krank machen. Sie war nie berufstätig, immer nur Hausfrau und kann sich das gar nicht vorstellen wie schwierig das manchmal ist. In der heutigen Zeit noch schwieriger als früher. Da spielt der Arbeitgeber nicht allzu lange mit. Aber noch packen wir das. Wir schieben bestimmt nicht ein Elternteil leichtfertig ab. Rechtfertigen muss sich bestimmt niemand. Jede Situation ist anders und es kann auch nicht jeder pflegen. Ich kenne auch Beispiele die nur wegen der hohen Heimkosten zu Hause halbherzig pflegen. Da liegen sich die Angehörigen wund weil denen nicht bewusst ist, dass es z.B. Dekubitus-Matratzen gibt.(Nie davon gehört) Interesseirt alles nicht, aber nach außen hin sind wir toll weil Mama zu Hause bleiben kann. Ansprache findet kaum statt. Bringt doch eh alles nichts mehr. Da lebe ich lieber mit einem schlechten Gewissen. |
|  | | soda1964 Ist hier Zuhause


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 | Thema: Re: Umzug zu Mutter geplant Fr Feb 24, 2012 9:06 pm © soda1964 | |
| Ihr Lieben, sich selber und den andern gegenüber ehrlich sein - ich denke, das ist das wichtigste. Und: ja, jeder hat wieder andere Umstände, eine andere Situation - und manchmal geht es einfach nicht anders, auch wenn das Gewissen plagt oder sich die Umstände gerade nicht ändern lassen. Ich denke, eine gewisse Zeit kann man auch mit etwas Durchhaltewille und Vernunft eine Situation aushalten (machst du, Jelly, schon seit längerem, gell  ) doch auf die Dauer ist es zermürbend und kräfteraubend. Im letzten Winter bin auch ich oft an die Grenze meiner Kräfte gestossen, doch ich hätte es nicht übers Herz gebracht, unsere Nonna weg zu geben. Schon allein die Vorstellung, ihre "Koffer packen zu müssen" zerriss mir fast das Herz. Wenn nicht der Krankenhausaufenthalt gekommen wäre, ich weiss nicht, wie lange ich noch so weiter gemacht hätte ... Heute bin ich irgendwie "dankbar", dass mir in dem Moment die Entscheidung abgekommen worden war, wobei ich nicht wirklich froh bin mit der Situation wie sie heute ist. Wie ich schon andernorts geschrieben habe: die Dauerbelastung und die Verantwortung sind weg - doch die Sorgen und das "Verpflichtungsgefühl" bleiben, auch wenn die Angehörigen im Heim sind. Mir spricht sehr aus dem Herzen, was Biggi schreibt: wer sich hier im Forum anmeldet und teilnimmt, kümmert sich echt und ehrlich. Das ist das, was zählt - unabhängig davon, wo unsere Angehörigen leben! Liebe Grüsse Therese _________________________________________________ Das mögen,was man muss - das dürfen, was man mag. (Henry Ford)
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